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Wasserstoffagenda Policy Paper

Policy Report: Beschleunigung statt Attentismus – Wasserstoffagenda

Wasserstoffagenda nachjustieren für Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz

EPICO hat einen neuen Policy Report zum Wasserstoffhochlauf veröffentlicht. Die Analyse zeigt: Das zentrale Hindernis für den Markthochlauf ist heute nicht mehr die Technologie oder fehlender politischer Ehrgeiz. Entscheidend sind investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, die Projekte finanzierbar machen und den Wasserstoffmarkt skalieren.

Europa will beim Wasserstoff weltweit eine Führungsrolle einnehmen. Gleichzeitig erreichen bislang weniger als vier Prozent der angekündigten Wasserstoffprojekte eine finale Investitionsentscheidung. Während China Wasserstoff längst als industrie- und geopolitisches Zukunftsprojekt vorantreibt, diskutiert Europa weiterhin vor allem über Regulierung. Die Folge: Investitionen bleiben aus und der Markthochlauf gerät ins Stocken.

Deutschland verfügt eigentlich über beste Voraussetzungen, den europäischen Wasserstoffmarkt anzuführen – mit Europas größter industrieller Wasserstoffnachfrage, einer starken Cleantech-Industrie, dem entstehenden Wasserstoff-Kernnetz sowie Nord- und Ostsee als künftigem europäischen Energie- und Wasserstoffraum. Dennoch bleibt die im Koalitionsvertrag angekündigte Europäische Wasserstoffinitiative bislang aus.

Drei strukturelle Engpässe bremsen den Wasserstoffhochlauf

Der Policy Report identifiziert drei zentrale Ursachen:

  • Regulierungsversagen: Ein komplexer Rechtsrahmen erhöht Kosten und erschwert Investitionen.
  • Koordinationsversagen: Nachfrage, Infrastruktur und Produktion entwickeln sich nicht synchron.
  • Fehlende Wirtschaftlichkeit: Die Kostenlücke gegenüber fossilen Alternativen verhindert tragfähige Geschäftsmodelle.

Vier Empfehlungen für einen investierbaren Wasserstoffmarkt

Aus der Analyse leitet EPICO vier zentrale Handlungsempfehlungen ab:

  • Europäische Wasserstoffallianz etablieren: Deutschland sollte die Führung einer europäischen Wasserstoffallianz nach dem Vorbild der französischen Nuklearallianz übernehmen.
  • Regulatorische Hürden abbauen: Investitionshemmnisse insbesondere in der Hochlaufphase konsequent reduzieren.
  • Nachfrage, Infrastruktur und Produktion synchronisieren: Den Markthochlauf systematisch koordinieren und Wasserstoff besser in das Energiesystem integrieren.
  • Investitionssicherheit stärken: Einen verlässlichen CO₂-Preispfad, gezieltes De-Risking und eine auf strategische Anwendungen fokussierte OPEX-Förderung etablieren.

Jetzt entscheidet sich die Wettbewerbsfähigkeit Europas

Die kommenden drei bis vier Jahre werden darüber entscheiden, ob Deutschland und Europa einen wettbewerbsfähigen Wasserstoffmarkt aufbauen – oder ob sich ein bekanntes Muster wiederholt: Die Regulierung entsteht in Europa, die industrielle Wertschöpfung findet anderswo statt. Dafür braucht es keine weitere Wasserstoffstrategie, sondern gezielte Verbesserungen der Investitionsbedingungen.

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