EPICO hat gemeinsam mit Frontier Economics eine neue Analyse veröffentlicht. Sie liefert einen Realitätscheck von Grüngasquote und „Bio-Treppe“.
Mit dem nun vorliegenden Referentenentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz konkretisiert sich die geplante Ausgestaltung „Bio-Treppe“. Damit ist der politische Rahmen zumindest etwas klarer – zentrale Fragen bleiben jedoch offen.
Insbesondere bleibt unklar, ob ausreichend verfügbare Potenziale klimaneutraler Gase vorhanden sind, wie die Nachfrage im Gebäudesektor ausfällt – und welche Kosten daraus für Haushalte entsteht.
Ein neuer Realitätscheck und darauf aufbauende Leitlinien zeigen, wie tragfähig dieser Ansatz ist – und worauf es bei der Ausgestaltung ankommt.
Zentrales Ergebnis: Entscheidend ist weniger die Verfügbarkeit klimaneutraler Gase als ihre effiziente Verteilung zwischen den Sektoren. Auch die Kostenentwicklung hängt maßgeblich von Nachfrage, politischer Ausgestaltung und dem Fortschritt der Elektrifizierung ab.
Unsere Berechnungen zeigen zugleich: Bei einem erwartbar rückläufigen Gasheizungsbestand und der im Referentenentwurf vorgesehenen hälftigen Aufteilung von Netzentgelten, CO₂-Kosten und Kosten für biogene Brennstoffe bleiben die zusätzlichen Belastungen für die meisten Haushalte bis 2035 überschaubar.
Erstmals wurden die Kostenwirkungen von Grüngasquote und Bio-Treppe auf kleinere Haushalte – insbesondere im Wohnungssegment – übertragen. Über alle betrachteten CO₂-Preisszenarien hinweg bleiben die zusätzlichen Belastungen bei einem sinkenden Gasheizungsbestand moderat. Für kleinere Haushalte liegen sie selbst bei einem Heizungstausch im Jahr 2030 bei rund 24 Euro pro Jahr. Für mittlere Haushalte betragen die Mehrkosten im Jahr 2030 rund 8 Euro für Bestandsanlagen und rund 65 Euro bei einem Heizungstausch.
Leitlinien für die Ausgestaltung
Aus den Ergebnissen leitet EPICO sechs zentrale Prinzipien ab:
- Systemische Einbettung: ETS 2, Elektrifizierung und Grüngase müssen zusammenspielen.
- Flexibler Hochlauf: Dynamische statt starrer Mengenpfade.
- Gezielter Einsatz: Grüngase dort nutzen, wo Alternativen fehlen.
- Angebot stärken: Heimische Potenziale und Importe gemeinsam entwickeln.
- Infrastruktur strategisch nutzen: Bestehende Netze einbinden, Investitionssicherheit schaffen.
- Akzeptanz sichern: Kostenentwicklungen politisch beherrschbar halten.
Fazit
Bio-Treppe und Grüngasquote können einen Beitrag zur Wärmewende leisten – entscheidend ist jedoch ihre konkrete Ausgestaltung. Wirkung entsteht erst im Zusammenspiel mit CO₂-Bepreisung, Elektrifizierung und einer realitätsnahen Umsetzung.
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Realitätscheck von Grüngasquote und "Bio-Treppe"
Leitlinien für die Ausgestaltung