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EPICO Netzpaket Cover

Policy Report: Vom Redispatch-Vorbehalt zur Gesamtstrategie

Wie die Synchronisierung von Erneuerbaren- und Netzausbau marktwirtschaftlich gelingt

EPICO hat gemeinsam mit Guidehouse ein neues Kurzpapier zur Reform des Netzanschlusses veröffentlicht. Die Analyse zeigt: Die jüngsten Nachbesserungen am Redispatch-Vorbehalt sind ein wichtiger Fortschritt. Für eine kosteneffiziente Synchronisierung von Erneuerbaren- und Netzausbau braucht es jedoch eine konsistente Gesamtarchitektur verschiedener Steuerungsinstrumente.


Vor dem Hintergrund steigender Netzkosten gehört die bessere Abstimmung des Ausbaus erneuerbarer Energien mit dem Netzausbau zu den zentralen Aufgaben der Energiewende. Die aktuelle politische Debatte konzentriert sich dabei stark auf den Redispatch-Vorbehalt. Dieser Fokus greift jedoch zu kurz.

Die jüngsten Anpassungen am Redispatch-Vorbehalt greifen wesentliche Kritikpunkte aus der Praxis auf und reduzieren Investitionsrisiken für Projektentwickler. Dazu gehören unter anderem technologiespezifische Schwellenwerte, eine kürzere Dauer der Ausweisung von Netzengpassgebieten sowie eine Begrenzung möglicher Entschädigungsausfälle.

Dennoch können in Netzengpassgebieten weiterhin Erlösrisiken entstehen, die Investitionen verteuern und damit die Systemkosten erhöhen. Der Erfolg der Reform wird deshalb nicht von einem einzelnen Instrument abhängen. Entscheidend ist vielmehr, wie Redispatch-Regeln, Baukostenzuschüsse, flexible Netzanschlussverträge und weitere Flexibilitätsinstrumente ineinandergreifen.

Vier Stellschrauben für das weitere Gesetzgebungsverfahren

Aus der Analyse leiten wir vier Empfehlungen für das laufende Gesetzgebungsverfahren ab:

  • Netzausbau beschleunigen: stärkere Anreize und klare Verpflichtungen für Netzbetreiber in Engpassgebieten
  • Redispatch effizient ausgestalten: Anreize für volkswirtschaftlich effiziente Entscheidungen der Netzbetreiber
  • Flexible Netzanschlussverträge standardisieren: einheitliche FCA-Modelle gegen Verhandlungsasymmetrien
  • Netzpaket und AgNes verzahnen: damit Baukostenzuschüsse, Redispatch-Vorbehalt und weitere Instrumente sich ergänzen statt überlagern

No-Regret-Maßnahmen als Fundament

Ergänzend empfiehlt das Kurzpapier Maßnahmen, die den Redispatch-Bedarf von vornherein reduzieren können. Dazu gehören ein beschleunigter Verteilnetzausbau, mehr Transparenz über verfügbare Anschlusskapazitäten, eine stärkere Digitalisierung des Netzbetriebs und die Flexibilisierung der Stromnachfrage.

Das Netzanschlusspaket enthält wichtige Neuerungen, die zügig umgesetzt werden sollten. Im weiteren Gesetzgebungsverfahren kommt es nun darauf an, verbleibende Risiken gezielt zu adressieren und die verschiedenen gesetzlichen und regulatorischen Instrumente zu einer kohärenten Gesamtstrategie zu verbinden.

Das Kurzpapier zum Download