EPICO KlimaInnovation hat gemeinsam mit Agora Energiewende und der Marktoffensive Erneuerbare Energien (dena) einneuesStrategiepapier veröffentlicht, das ein erneuerbares, marktbasiertes Konzept für einen Industriestrompreis vorschlägt. Die gemeinsame Studie zeigt auf, wie Deutschland ein Modell entwickeln kann, das kurzfristig energieintensive Industrien entlastet, zugleich die langfristige Wettbewerbsfähigkeit stärkt und mit dem neuen EU-Beihilferahmen CISAF in Einklang steht.
Die Diskussion um den Industriestrompreis zählt derzeit zu den zentralen Themen der deutschen und europäischen Energiepolitik. Der neue CISAF-Rahmen der EU-Kommission hat dabei Dynamik in die Debatte gebracht – er ermöglicht erstmals direkte Unterstützung für besonders energieintensive Unternehmen. Vor diesem Hintergrund hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche signalisiert, dass die Bundesregierung einen Industriestrompreis zum 1. Januar 2026 anstrebt.
Damit wächst der Druck, noch in diesem Frühjahr Klarheit zu schaffen. Industrievertreter drängen auf Planungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise, um Investitionen nicht weiter zu verschieben und im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
Das gemeinsame Strategiepapier von EPICO KlimaInnovation, Agora Energiewende und der Marktoffensive Erneuerbar Eenrgien (dena) zeigt, wie Deutschland diese neue Flexibilität verantwortungsvoll nutzen kann. Aufbauend auf einem Stakeholder-Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Energiewirtschaft schlagen die drei Organisationen einen erneuerbaren, marktbasierten Industriestrompreis vor, der kurzfristige Entlastung mit langfristiger Transformation verbindet. Das Konzept verknüpft CISAF-kompatible Übergangsmaßnahmen mit einer Stärkung von Power Purchase Agreements (PPAs), regionalen Vermarktungsmodellen und Flexibilitätsoptionen – um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, Marktsignale zu erhalten und den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen.
Die zentralen Empfehlungen
- Die neue EU-Flexibilität verantwortungsvoll nutzen. Der CISAF-Rahmen sollte so umgesetzt werden, dass er wettbewerbliche und marktwirtschaftliche Prinzipien stärkt statt schwächt.
- Kurzfristige Unterstützung mit langfristiger Transformation verknüpfen. Übergangsmaßnahmen sollten Unternehmen beim Umstieg auf erneuerbaren Strom und höhere Flexibilität unterstützen.
- Planungssicherheit durch Marktinstrumente schaffen. Der Ausbau von PPAs und regionalen Vermarktungsmodellen kann die Resilienz der deutschen und europäischen Industrie über Subventionen hinaus stärken.
- Nationale und europäische Ansätze koordinieren. Das deutsche Modell kann als Blaupause für die breitere industrielle und energetische Transformation in der EU dienen.
Der Industriestrompreis ist wie ein Schmerzmittel: Er verschafft der Industrie dringend benötigte Linderung – heilt aber nicht die eigentlichen Ursachen dafür, dass Investitionen das Land verlassen.
Entscheidend ist, dass die neue Förderung eine elegante Brücke in den Strommarkt der Zukunft schlägt – etwa durch einfache Bedingungen, die Flexibilität belohnen.