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Studie: Grüne Leitmärkte: Potenziale des Sondervermögens

EPICO KlimaInnovation hat gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und Bellona Deutschland eine neue Studie zur Rolle öffentlicher Investitionen beim Aufbau grüner Leitmärkte veröffentlicht.

Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz stehen künftig Milliarden für Bauprojekte zur Verfügung. Ob daraus jedoch ein wirksames Instrument für Klimaschutz und industrielle Transformation wird, ist eine zentrale politische Frage. Die Studie zeigt, unter welchen Voraussetzungen dieses Potenzial tatsächlich gehoben werden kann.

Sondervermögen als Hebel für grüne Leitmärkte

Die Analyse macht deutlich: Das Sondervermögen kann den Aufbau grüner Leitmärkte für Stahl und Zement maßgeblich voranbringen. Erstmals werden Modellrechnungen vorgelegt, die den möglichen Beitrag quantifizieren.

Wirksam wird dieses Potenzial allerdings nur dann, wenn Bund und Länder Nachhaltigkeitskriterien verbindlich in der öffentlichen Beschaffung verankern. Ohne klare Vorgaben droht der Beitrag zur Dekarbonisierung dieser Schlüsselindustrien hinter den Möglichkeiten zurückzubleiben.

Bund, Länder und Kommunen können über ihre Rolle als Ankerkunden gezielt Nachfrage nach klimafreundlichen Grundstoffen schaffen. Unter den in der Studie getroffenen Annahmen ließen sich allein im öffentlichen Bausektor jährlich mehrere Millionen Tonnen CO₂ einsparen – bei überschaubaren Mehrkosten.

Kurzfristig würden grüne Leitmärkte vor allem bereits verfügbare CO₂-arme Materialien fördern, etwa:

  • Zemente mit geringerem Klinkeranteil

  • Sekundärstahl auf Basis von Grünstrom

Near-Zero-Technologien könnten schrittweise integriert werden, sobald entsprechende Produktionskapazitäten aufgebaut sind. Entscheidend ist daher ein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener politischer Instrumente.

Zentrale Handlungsempfehlungen der Studie

  • Verbindliche Nachhaltigkeitskriterien (z. B. CO₂-Fußabdruck, Recyclinganteile) sollten systematisch in Vergaberichtlinien integriert werden.

  • Das Sondervermögen, das Vergabebeschleunigungsgesetz und europäische Initiativen zu grünen Leitmärkten sollten zu einem konsistenten Rechts- und Finanzierungsrahmen zusammengeführt werden.

  • Öffentliche Beschaffung sollte kurzfristig gezielt bereits verfügbare CO₂-reduzierte Materialien adressieren; Near-Zero-Technologien sollten schrittweise eingebunden werden.

  • Einheitliche Standards und ein harmonisiertes europäisches Labeling sind notwendig, um Vergleichbarkeit und Skalierung zu ermöglichen.

  • Für die praktische Umsetzung braucht es standardisierte Leitfäden, zentrale Beschaffungsstellen und digitale Vergabetools – insbesondere zur Entlastung von Ländern und Kommunen.

Laden Sie hier unsere Studie herunter