EPICO KlimaInnovation hat in Zusammenarbeit mit dem IW Köln eine neue Studie zur Resilienz der deutschen Lieferketten nach der Zeitenwende veröffentlicht. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage unter 1.028 deutschen Unternehmen und bietet konkrete Handlungsempfehlungen für die nächste Legislaturperiode, um die Resilienz deutscher Lieferketten zu verbessern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken sowie die Klimaziele zu erreichen.
Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus verschärft die geopolitischen Spannungen zwischen den Machtblöcken USA und China mit seiner dominierenden Rolle in Schlüsselindustrien. Deutschland und Europa stehen vor der dringenden Aufgabe, ihren Platz in dieser neuen Weltordnung strategisch zu definieren und ihre wirtschaftliche Resilienz zu stärken.
Unsere Studie zeigt, wie abhängig und verletzlich deutsche Unternehmen angesichts globaler Lieferketten sind. Besonders im Hinblick auf die Energiewende wird ein gefährliches Trilemma sichtbar: Wie können Unternehmen gleichzeitig marktwirtschaftlich agieren, Kosten senken, Treibhausgasemissionen kurzfristig reduzieren und ihre strategischen Abhängigkeiten, zum Beispiel von China, abbauen?
Kernpunkte der Studie:
- Hohe Abhängigkeiten: Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen sind auf Vorleistungen aus dem Ausland angewiesen. 40 % dieser Unternehmen hängen erheblich von China ab, doch nur 8 % planen aktiv eine Diversifizierung.
- Druck auf Schlüsselbranchen: Essenzielle Industrien wie Batterien, E-Autos, Stahl, Solarmodule und Windkraftanlagen sehen sich durch Chinas subventionierte Produkte massivem Druck ausgesetzt. Allerdings lässt sich nicht bei allen dieser Produkte eine tiefgreifende staatliche Intervention objektiv rechtfertigen.
- Renewables Pull als Risiko: Immer mehr Grundstoffindustrien – insbesondere in den Bereichen Metalle, chemische Produkte und Stahl – könnten in Regionen mit günstigeren Energiepreisen abwandern. Eine Abwanderung außerhalb der EU könnte nicht nur die Resilienz gefährden, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität. Es bedarf einer ehrlichen Debatte über die Chancen von diversifiziertem „Friendshoring“ und den notwendigen industriepolitischen Maßnahmen, um Abwanderungen in strategischen Bereichen zu begrenzen.
Die Studie gibt klare Antworten und beleuchtet, neben wirtschaftspolitischen „No-Regret-Maßnahmen“, wann staatliche Eingriffe als sinnvolle Industriepolitik gerechtfertigt sind und warum eine koordinierte europäische Strategie unverzichtbar ist.